Suche
Contact
21.05.2021 | KPMG Law Insights

Pakt Nr. 3: „Pakt für Forschung und Innovation (PFI)“

Pakt Nr. 3: „Pakt für Forschung und Innovation (PFI)“

Der PFI erlebt seine nunmehr vierte Fortschreibung, seitdem er erstmalig 2005 beschlossen wurde. Schenkt man der Pressemitteilung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) Glauben, sei der PFI auch international als „Garant für Stabilität und zugleich Entwicklungsdynamik“ anerkannt. Viele Veränderung zum auslaufenden Pakt gibt es nicht. Die wohl wichtigsten Neuerungen betreffen die erstmaligen individuellen Zielvereinbarungen mit den Forschungsorganisationen, die Anforderung an ein „wissenschaftsadäquates Controlling“ sowie der Länge der Planungssicherheit.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die vier großen Forschungsorganisationen (Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft) erhalten finanzielle Sicherheit bis zum Jahr 2030. Bund und Länder stellen bis 2030 Mittel in Höhe von rund 120 Milliarden Euro bereit. Der jährliche Aufwuchs von drei Prozent wird bis zum Jahr 2025 beibehalten. Allein aufgrund der Dynamisierung werden etwa 17 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Mit der Beteiligung der Länder an der Finanzierung wird der verlangten Anpassung des PFIs gemäß des Koalitionsvertrages entsprochen. In diesem wurde festgehalten, dass die Länder künftig wieder beteiligt werden sollen. Diese Rückkehr zur Beteiligung der Länder soll stufenweise vollzogen werden. Zunächst steigen die Länder bei der Finanzierung des Zuwachses mit den 2015 geltenden Schlüsseln ein. Ab 2024 werden sie dann ebenfalls anhand der alten Schlüssel in Jahresschritten Stück für Stück an der bisherigen Finanzierung beteiligt. Auf die Länder kommt damit eine Mehrbelastung von etlichen Millionen zu.

Die bisherige DFG-Programmpauschale in Höhe von 22 Prozent der Kosten bleibt auch nach 2021 – zunächst für weitere fünf Jahre – bestehen.

Für die Jahre 2021-2025 werden klare Zielvereinbarungen mit den Forschungsorganisationen getroffen. Diese werden individuell und organisationsspezifisch vereinbart und umgesetzt, richten sich jedoch nach fünf forschungspolitischen Zielen, die aus der Pressemitteilung der GWK zum PFI:

  1. Dynamische Entwicklung fördern
    (Aufgreifen risikoreicher Forschung, Stärkung und Entwicklung entsprechender Instrumente) 
  1. Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft stärken
    (Transfer und Nutzbarmachung von Ideen, Forschungsergebnissen und Wissen durch intensiven Austausch mit Wirtschaft, Gesellschaft und Politik)
  2. Vernetzung vertiefen
    (Wissenschaftsorganisationen untereinander sowie mit Hochschulen)
  3. Die besten Köpfe gewinnen und halten
    (Erstellung zeitgemäßer Konzepte für attraktive Bedingungen über die gesamte wissenschaftliche Laufbahn)
  4. Infrastrukturen für die Forschung stärken
    (strategische Planung und nachhaltige Finanzierung von Infrastrukturen, Öffnung für die Nutzung über die eigene Einrichtung hinaus, Berücksichtigung der Bedarfe von Hochschulen)

Diese Zielvereinbarungen dienen der Schaffung verbindlicher Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation. Ziel ist ein stabiles Wachstum der Forschungsorganisationen und deren strategische Weiterentwicklung. Der Fokus liege dabei auf der Vernetzung u.a. mit Hochschulen, Unternehmen und gesellschaftlichen Einrichtungen.

Für die Überprüfung der Zielerreichung werden die Forschungsorganisationen zu einem „wissenschaftsadäquaten Controlling“ verpflichtet. Dies umfasst eine regelmäßige Berichterstattung an die GWK. In dieser soll anhand aussagekräftiger Indikatoren die Erreichung der Ziele nachvollziehbar dargelegt werden. Für die Zeit nach 2025 sollen die Zielvereinbarungen zu gegebener Zeit überprüft und ggf. angepasst werden.

Abzuwarten bleibt noch die Umsetzung des sog. „Strategieraums“. Der Bund plant, einen bestimmten Betrag aus dem PFI für organisationsübergreifende Initiativen – auch mit Hochschulen – zurückzuhalten. Die Ausgestaltung ist ungewiss und soll noch mit den Ländern konkretisiert werden. Unabhängig davon, ob dieses Vorhaben gelingt, hat der Bund die Finanzierung nun jedoch schon zugesichert.

Die Finanzierung für die Forschungsorganisationen ist bis 2030 gesichert und die Organisationen dürfen sich auf eine beträchtliche Summe zusätzlicher Mittel freuen. Die Vereinbarung zum PFI verdeutlicht einmal mehr den Stellenwert der Forschung in Deutschland.

 

Explore #more

23.10.2026 | KPMG Law Insights

PHP2Shell kann Rechtspflichten für Unternehmen auslösen

Zwei kritische Schwachstellen in der Programmiersprache PHP bedrohen weltweit Webanwendungen und digitale Produkte. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat vor einer möglichen…

20.10.2026 | In den Medien

KPMG Law Gastbeitrag bei it daily: Business Judgement Rule bei Einsatz von KI

Der rasante Fortschritt der Künstlichen Intelligenz stellt Unternehmensleitungen vor vielfältige und weitreichende Entscheidungen. Diese betreffen nicht nur die Auswahl und den Einsatz geeigneter KI-Systeme, sondern…

19.10.2026 | In den Medien

Neue Fachbeiträge in der PERSONALFÜHRUNG erschienen

In der aktuellen Ausgabe der PERSONALFÜHRUNG (10–11/2026) sind zwei Beiträge von Expertinnen von KPMG und KPMG Law erschienen. Im Beitrag„Wird die KI es richten? HR…

15.10.2026 | KPMG Law Insights

Schneller zur Baugenehmigung – rechtliche Möglichkeiten für Unternehmen

Dass Planungs- und Genehmigungsverfahren Bauprojekte hinauszögern, muss nicht immer sein. Das Gesetz bietet einige Beschleunigungsmöglichkeiten. Um sie nutzen zu können, müssen Bauherren und Projektplaner unter…

09.10.2026 | KPMG Law Insights

Schadenmanagement bei Cybervorfällen: Wie Versicherer Schäden aktiv steuern

Cybervorfälle gehören zu den komplexesten Schadenereignissen für Versicherer. Insbesondere Ransomware-Angriffe können ganze IT-Landschaften lahmlegen – mit enormen finanziellen Folgen. Versicherer betroffener Unternehmen müssen schnell entscheiden …

08.10.2026 | In den Medien

KPMG Law Gastbeitrag in AUTOHAUS: Verbraucherkreditrichtlinie: Verkauf unter neuen Vorzeichen

Die verbleibende Zeit bis zum Inkrafttreten der neuen Verbraucherkreditrichtlinie sollten Autohäuser nutzen, um ihre Finanzierungs- und Vertriebsprozesse systematisch auf regulatorische Risiken und Anpassungsbedarfe zu überprüfen.…

08.10.2026 | In den Medien

KPMG Law Interview mit HAUFE: Wenn die KI irrt, haftet trotzdem der Vorstand

KI analysiert, empfiehlt, entscheidet mit. Aber wer trägt die Konsequenzen, wenn sie falsch liegt? Der KPMG Law Experte Nikolaus Vincent Manthey und die KPMG Law…

30.09.2026 | KPMG Law Insights

Mixed-Use-Immobilien als Chance für die Innenstädte

Innenstädte sollen lebendig, nachhaltig und attraktiv sein. Doch das klassische Geschäftsmodell dahinter – der Einzelhandel – funktioniert immer seltener. Die Mieten sind hoch, die Kundschaft…

28.09.2026 | Dealmeldungen

KPMG Law und KPMG beraten Rohde & Schwarz bei den Übernahmen von NEOSAT und PHYTRONIC

Die KPMG Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (KPMG Law) und die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG) haben den Münchener Technologiekonzern Rohde & Schwarz bei den Übernahmen der NEOSAT…

28.09.2026 | Dealmeldungen

KPMG Law und KPMG beraten Diehl Defence beim Erwerb der Luftbilddatenbank Dr. Carls

Die KPMG Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (KPMG Law) und die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (KPMG) haben Diehl Defence beim Erwerb der Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH beraten. KPMG…

©2026 KPMG Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, assoziiert mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und ein Mitglied der globalen KPMG-Organisation unabhängiger Mitgliedsfirmen, die KPMG International Limited, einer Private English Company Limited by Guarantee, angeschlossen sind. Alle Rechte vorbehalten. Für weitere Einzelheiten über die Struktur der globalen Organisation von KPMG besuchen Sie bitte https://home.kpmg/governance.

KPMG International erbringt keine Dienstleistungen für Kunden. Keine Mitgliedsfirma ist befugt, KPMG International oder eine andere Mitgliedsfirma gegenüber Dritten zu verpflichten oder vertraglich zu binden, ebenso wie KPMG International nicht autorisiert ist, andere Mitgliedsfirmen zu verpflichten oder vertraglich zu binden.

Scroll