Suche
Contact
17.11.2021 | KPMG Law Insights

Update zur BEG: Einstellung der Neubauförderung für das Effizienzhaus/ Effizienzgebäude 55

Ausweislich der Veröffentlichung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom 4. November 2021 hat sich die Bundesregierung im Sofortprogramm 2022 dafür ausgesprochen, die bestehende Fördersystematik der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit Blick auf die Fördereffizienz anzupassen. Danach wird der Baustein der Neubauförderung für den Standard Effizienzhaus/Effizienzgebäude 55 bei Wohn- und Nichtwohngebäuden zum 1. Februar 2022 eingestellt.

 

BEG-Förderung

Mit der BEG wurde die energetische Gebäudeförderung des Bundes in Umsetzung der Förderstrategie des BMWi „Energieeffizienz und Wärme aus Erneuerbaren Energien“ neu aufgesetzt. Entsprechend wurden die vier bisherigen Bundesförderprogramme zur Förderung von Effizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich erstmals zusammengeführt und in den neuen Richtlinien zu den drei Teilprogrammen Wohngebäude (BEG WG), Nichtwohngebäude (BEG NWG) und Einzelmaßnahmen (BEG EM) gebündelt. Danach können Förderkredite und Zuschüsse der BEG beantragt werden, soweit bestimmte Fördervoraussetzungen vorliegen. Zwischenzeitlich wurden alle drei BEG-Richtlinien für Wohngebäude, Nichtwohngebäude und Einzelmaßnahmen zum 21. Oktober 2021 erneut angepasst, wobei vor allem die Förderung für Wärmenetzanschlüsse vereinfacht sowie die Anrechnung von Abwärme umgesetzt wurde.[1] Zu den Einzelheiten der BEG verweisen wir gerne auf unseren im August 2021 veröffentlichten Artikel.[2]

 

Einstellung EH/EG 55 Neubauförderung

Seit dem 1. Januar 2021 bzw. 1. Juli 2021 können die Förderkredite und Zuschüsse der BEG beantragt werden. Von Januar bis Ende September 2021 sind danach angabegemäß 12 Milliarden Euro von dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bewilligt worden, davon rund 5,8 Milliarden Euro für den Neubau und 6,2 Milliarden Euro für Sanierungen.[3] Nach Mitteilung des BMWi zeigt die Entwicklung der Förderzahlen, dass sich das Effizienzhaus/Effizienzgebäude 55 – auch dank der umfassenden Förderung – als Effizienzstandard weitgehend durchgesetzt hat und es der eingangs erwähnten Neubauförderung insoweit nicht mehr bedarf. Vor dem Hintergrund der Erreichung der Klimaschutzziele sollen demnach die vorhandenen Fördermittel stärker dort eingesetzt werden, wo die Treibhausgas-Minderungen zur Erreichung der Sektorziele und der Beitrag zur Emissionsminderung am höchsten sei. Das sei vor allem im Bereich der Gebäudesanierungen der Fall, da dort der größte Nachholbedarf und das größte Einsparpotenzial bestehe.

Auch soweit der Fokus in der BEG zukünftig verstärkt auf Bestandssanierungen liegt, laufen die übrigen Fördertatbestände der BEG unter Anpassung der BEG-Richtlinien zum 21. Oktober 2021 weiter wie bisher und werden auch unverändert weiter gefördert.

 

Wichtig zu wissen

Soweit bereits der Neubau eines Effizienzhaus/Effizienzhauses 55 geplant ist und die BEG-Mittel dafür einkalkuliert wurden, können vollständige Anträge vor dem Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen bzw. dem Kaufvertrag noch bis zum 31. Januar 2022 gestellt werden. Daneben ist es natürlich ebenso möglich, die Planungen vor Antragstellung auf ein höheres Effizienzhaus-/ Effizienzgebäudeniveau (EH bzw. EG 40) anzupassen.

Für weitere Informationen oder Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung und unterstützen Sie selbstverständlich bei allen Fragen rund um den Themenkreis BEG.

[1] https://www.deutschland-machts-effizient.de/KAENEF/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Uebersicht/Richtlinien/bundesfoerderung-fuer-effiziente-gebaeude-beg.html

[2] Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – KPMG Law (kpmg-law.de)

[3] https://www.deutschland-machts-effizient.de/KAENEF/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Uebersicht/BEG/faq-bundesfoerderung-fuer-effiziente-gebaeude.html?cms_artId=3057250

Explore #more

12.04.2024 | KPMG Law Insights

Erste Klimaklage vor dem EGMR erfolgreich

Erstmals hatte eine Klimaklage Erfolg: Am 9. April 2024 gab der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) einer Gruppe Schweizer Seniorinnen Recht. Geklagt hatte der gemeinnützige…

28.03.2024 | PR-Veröffentlichungen

Gastbeitrag im Recycling Magazin: Neue EU-Verpackungsverordnung auf der Zielgeraden?

Am 4. März 2024 haben Rat und Vertreter des Europäischen Parlaments eine vorläufige Einigung erzielt, um Verpackungen nachhaltiger zu gestalten und Verpackungsabfälle in der EU…

27.03.2024 | PR-Veröffentlichungen

Gastbeitrag in der ESGZ: Neue Due-Diligence-Pflichten für Unternehmen

In der Märzausgabe der ESGZ (S.13 ff.) findet sich ein Gastbeitrag von KPMG Law Experten Anne Gillig und Thomas Uhlig zur EU-Entwaldungsverordnung. Am 31.05.2023 wurde…

27.03.2024 | KPMG Law Insights

EU-Gebäuderichtlinie: Lebenszyklus-Treibhauspotenzial wird relevant

Das EU-Parlament hat am 12. März 2024 der Novelle der EU-Gebäuderichtlinie zugestimmt. Die Richtlinie verpflichtet Mitgliedstaaten und mittelbar auch Bauherren und Bauunternehmen, bei neuen Gebäuden…

27.03.2024 | KPMG Law Insights

Für Nachhaltigkeitsvereinbarungen gilt das Kartellverbot

Die EU möchte klimaneutral werden. Allein über rechtliche Vorgaben gelingt das nicht. Sie ist auf die Mithilfe der Wirtschaft angewiesen. Wenn Unternehmen sich zur gemeinsamen…

19.03.2024 | Business Performance & Resilience, KPMG Law Insights

CSDDD: Einigung über die EU-Lieferkettenrichtlinie

Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich am 15. März 2024 auf die CSDDD, die EU-Lieferkettenrichtlinie geeinigt. Deutschland hat sich bei der Abstimmung enthalten. Unterhändler des EU-Parlaments und…

19.03.2024 | KPMG Law Insights

Der AI Act kommt: EU möchte Risiken von KI in den Griff bekommen

Am 13. März 2024 hat das EU-Parlament dem AI Act zugestimmt und damit den Weg freigemacht für das weltweit erste Gesetz zur Regulierung künstlicher Intelligenz…

18.03.2024 | Business Performance & Resilience, PR-Veröffentlichungen

Gastbeitrag in der Börsen-Zeitung: Die Foreign Subsidies Regulation ist vor allem ein Compliance-Thema

In der Ausgabe vom 15. März 2024 der Börsen-Zeitung findet sich ein Gastbeitrag von KPMG Law Experte Jonas Brueckner. Die EU-Verordnung über Drittstaatensubventionen wird…

15.03.2024 | PR-Veröffentlichungen

Gastbeiträge in der ZURe zu den Themen ESG, Metaverse und KI

In der Ausgabe vom 13. März 2024 der ZURe findet sich ein Gastbeitrag von der KPMG Law Expertin Anne-Kathrin Gillig zum Thema ESG und die…

14.03.2024 | Business Performance & Resilience, PR-Veröffentlichungen

Gastbeitrag im Deutschen AnwaltSpiegel: Die „Foreign Subsidies Regulation“ und Unternehmen

In der Ausgabe vom 13. März 2024 des Deutschen AnwaltSpiegel findet sich ein Gastbeitrag von KPMG Law Experte Jonas Brueckner. Unternehmen, die von Mitgliedstaaten…

Kontakt

Dr. Rainer Algermissen

Partner
Leiter Bau- und Immobilienrecht

Fuhlentwiete 5
20355 Hamburg

tel: +49 40 3609945331
ralgermissen@kpmg-law.com

Anna-Elisabeth Gronert

Manager

Klingelhöferstraße 18
10785 Berlin

tel: +49 30 530199125
agronert@kpmg-law.com

© 2024 KPMG Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, assoziiert mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht und ein Mitglied der globalen KPMG-Organisation unabhängiger Mitgliedsfirmen, die KPMG International Limited, einer Private English Company Limited by Guarantee, angeschlossen sind. Alle Rechte vorbehalten. Für weitere Einzelheiten über die Struktur der globalen Organisation von KPMG besuchen Sie bitte https://home.kpmg/governance.

KPMG International erbringt keine Dienstleistungen für Kunden. Keine Mitgliedsfirma ist befugt, KPMG International oder eine andere Mitgliedsfirma gegenüber Dritten zu verpflichten oder vertraglich zu binden, ebenso wie KPMG International nicht autorisiert ist, andere Mitgliedsfirmen zu verpflichten oder vertraglich zu binden.

Scroll